Den Genossenschaften gehört die Zukunft16. September 2016

Genossenschaften garantieren ein nachhaltiges Wirtschaften und die Schaffung sinnhaltiger Arbeitsplätze. Ihnen gehört die Zukunft. Dies ist das Fazit der Internationalen Genossenschaftswissenschaftlichen Tagung (IGT) vom 14. bis 16. September 2016 in Luzern.

Über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich während drei Tagen in Luzern an der IGT mit Fragen zum Genossenschaftswesen, unter ihnen rund 100 Wissenschaftler aus 21 Ländern. Bundesrat Ueli Maurer zeigte sich in seiner Eröffnungsrede als Anhänger der Genossenschaftsidee. «Sie ist ein perfektes Modell für die Wirtschaft und den Staat», meinte er. «Unsere Gesellschaft hat Zukunft, wenn sie die liberalen Grundwerte der Genossenschaft lebt, wenn wir unsere Probleme selbst und gemeinsam lösen.»

Auch Professor Dr. Franco Taisch, Ordinarius für Wirtschaftsrecht an der Universität Luzern, ist sich sicher, «dass Genossenschaften eine nachhaltige Alternative zur eindimensionalen Gewinnmaximierung zugunsten einer einzigen Anspruchsgruppe, der Investorengesellschafter, sind. Zur Lösung aktueller Probleme und Herausforderungen bietet die Genossenschaft mit ihrer demokratischen Struktur, dem Verbot der einseitigen Dividendenmaximierung und als Innovationsmotor mit lokaler Verankerung Potenziale zur Bewältigung aktueller Herausforderungen. Die partizipative Wirtschaft hat Zukunft.»

Werner Beyer, Präsident der IG Genossenschaftsunternehmen (IGG), setzt sich für eine Stärkung der Genossenschaften ein. «Fünf Schweizer Unternehmen in der Rechtsform der Genossenschaft haben 2010 die IGG gegründet. Ein wichtiges Ziel ist es, die Idee und die Merkmale der Genossenschaft in der unternehmerischen Tätigkeit von Menschen in unserem Land wieder stärker zu etablieren.»

Der Genossenschaftsgedanke ist in der Schweizer Bevölkerung nach wie vor stark verankert. Gemäss einer repräsentativen Umfrage verbinden 91 Prozent der Bevölkerung positive Assoziationen mit dem Begriff «Genossenschaft». Dennoch bleibe die öffentliche Wahrnehmung von Genossenschaften weit hinter ihrer weltweiten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung zurück, wurde an der Tagung festgestellt. Dies, obwohl über 800 Millionen Menschen in mehr als hundert Ländern Mitglieder von Genossenschaften sind und Genossenschaften fast alle grundlegenden Lebensbereiche durchdringen.

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